Ich halte eine Reform der Hamburger Verwaltung für dringend geboten. Als ehemaliger Prokurist einer kleinen Wohnungsbaufirma erlebte ich täglich, wie sehr die Wirtschaft von schnellen und verlässlichen Entscheidungen der Verwaltung abhängt. Ich weiß aber aus zehn Jahren an der Spitze des Bezirksamtes Hamburg-Mitte auch, wie sehr sich die Verwaltungsmitarbeiter in den Bezirken trotz eines Berges von Vorschriften und trotz der Abhängigkeiten von anderen Behörden mühen, zu bürgerfreundlichen Entscheidungen zu kommen.

 

Mit 70.000 Mitarbeitern ist die Hamburger Verwaltung mit Abstand der größte Arbeitgeber der Stadt. Diesen Mitarbeitern muss man Rahmenbedingungen schaffen, damit sie schnell und verlässlich für die Bürgerinnen und Bürger arbeiten können. Dabei helfen immer neue Verordnungen und Richtlinien wenig, stattdessen müssen sie möglichst eigenverantwortlich arbeiten. Auch müssen die Ämter vor Ort mit genug Personal ausgestattet werden. Dann können die Anliegen der Bürger schnell und abschließend bearbeitet werden.

 

Beispielsweise müssen die Bauprüfer in den Bezirken so viel Eigenverantwortung und Kompetenzen erhalten, dass sie nicht durch Fachbehörden in ihren Entscheidungen ausgebremst werden können. Insgesamt könnten Mitarbeiter aus den Fachbehörden in die Bezirksverwaltung vor Ort wechseln.

 

Natürlich ist eine gewisse Steuerung notwendig. Aber niemand muss sich wundern, wenn der Hamburger Ruderachter immer wieder gegen andere Ruderachter verliert, wenn bei den anderen acht Leute rudern und einer steuert und bei uns einer rudert und acht steuern!

 

Das Verhältnis zwischen steuernder Fachbehörde und Bezirksverwaltung vor Ort muss in Ordnung gebracht werden.