Flüchtlinge in Hamburg

Wir sind nicht allein auf der Welt. Das erleben wir in Hamburg derzeit ganz besonders. Ich möchte mich bei allen Hamburgerinnen und Hamburgern dafür bedanken, dass Sie jeden Tag im Beruf und in der Freizeit sich um die Flüchtlinge kümmern. Tun Sie das bitte weiter und motivieren Sie ihr Umfeld, Ihrem Beispiel zu folgen. Dieser Zuzug kann eine große Erfolgsgeschichte für Hamburg werden.


Die Herausforderung ist groß: jeden Tag erreichen uns 300 - 400 Menschen. Sie flüchten vor Krieg, Vertreibung, Hunger und wirtschaftlichen Nöten. Die meisten Flüchtlinge erreichen Hamburg gegenwärtig aus Syrien, gefolgt von Flüchtlingen aus der Balkanregion und Somalia. Weitere wichtige Herkunftsländer sind Russland und der Irak. Diesen Menschen gewährt unser Grundgesetz das Recht auf Asyl (Art. 16a GG).

Gemäß einer Vereinbarung zwischen den Bundesländern (sog. Königsteiner Schlüssel) muss Hamburg 2,5% aller Flüchtlinge in Deutschland aufnehmen. Dafür müssen wir als Stadt ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten schaffen. Trotz der jetzigen Ausnahmesituation müssen wir unter anderem folgende Dinge immer im Blick behalten:


- Wohnungsbau: "Wir dürfen nie wieder aufhören, Wohnungen zu bauen." Dieser Satz vom Ersten Bürgermeister Olaf Scholz ist uns eine Verpflichtung. Wir benötigen min. 6000 Wohnungen pro Jahr, um den exzessiven Anstieg der Mieten zu stoppen und eine hetergone Durchmischung in den Quartieren zu gewährleisten. Wir wollen bezahlbaren Wohnraum für Singles, Familien, Senioren, WGs - und jeder anderen Wohnform.


- Lokale Infrastruktur: Überall in Hamburg muss es für kleine und mittelstädndische Unternehmen möglich sein, ihre Geschäftige zu tätigen. Auch diese Flächen müssen wir planen und sie attraktiv an das Netz der S- und U-Bahn sowie den Bussen anbinden.


- Öffentliche Unterbringung: Die Flüchtlinge werden zunächst in den Zentralen Erstaufnahmen versorgt. Hier stellen sie ihren Antrag auf Asyl, der dann geprüft wird. Sie erhalten vorläufig ein Dach über dem Kopf, Nahrung und eine medizinische Versorgung. Es ist das allernötigste, kein Leben in Luxus. Max. drei Monate sollen sie hier bleiben,  dann in eine öffentliche Unterbringung ("Flüchtlingsheim") ziehen und mittelfristig in einer normalen Wohnung leben.


Diese Aufzählung zeigt, wie groß der Druck auf die knappen Fläche sind. Daher versuchen wir alles, um die Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge so zu organisieren, dass wir uns nicht Flächen für den künftigen Wohnungsbau und die Wirtschaft "zubauen". Wir müssen davon ausgehen, dass allein in den Zentralen Erstaufnahmen bis Ende des Jahres 4000 Menschen untergebracht sein werden. Dafür reicht der Platz "vorn und hinten nicht".

Daher eröffnet die Stadt auf Grünflächen, Parkplätzen und Gewerbeflächen Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge. So versprechen wir uns, eine vorrübergehende Bleibe zu schaffen, das den Bau von ordentlichem Wohnraum nicht verhindert.


Der Druck ist dabei so groß, dass eine rechtzeitige Information und Einbindung der Anwohner nicht immer möglich sein wird. Es wird künfitg vorkommen, dass von einem Tag auf den anderen in Ihrem unmittelbaren Umfeld eine Unterbringung eröffnet wird. Eine Übersicht über bestehende und geplante Unterbringungen sehen Sie hier.

Sie sind gefragt!

Ärgern Sie sich fünf Minuten darüber, dass Verwaltung diese Fakten schaffen muss. Überlegen Sie bitte anschließend, wie die neuen Bewohner eingebunden und integriert werden können. Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn und Freunden. Es gibt zahlreiche Vereine und Initiativen, die bereits aktiv sind und die Sie dabei unterstützen werden, unsere Hamburger Willkommenskultur zu leben. Dafür danke ich Ihnen herzlich.